Geschichte

Die Munich Ambassadors sind 1992 gegründet worden und stellen inzwischen das einzige deutschsprachige Baseballteam im Münchener Stadtgebiet. Zusammen mit den Munich Caribes (Baseball) teilt man sich das Baseballfeld an der Säbener Strasse; nach wie vor eines der schönsten Baseballfelder in ganz Bayern.
Ausschlaggebend für die Geburt des Vereines war ein Amerika-Aufenthalt eines späteren Gründungsmitgliedes, das sich in den Staaten mit dem Virus für dieses - in Deutschland immer noch als exotisch betrachtete Spiel - infiziert hatte. Zurück in Deutschland war das Ziel klar. Die neue Leidenschaft musste in der 'alten Welt' weiter ausgelebt werden. Zum Glück für uns alle lautete das Fazit eines Probetrainings bei einem Verein im Münchener Umfeld: "Das können wir genauso gut !"
So wurde 1992 der Papierkrieg mit Verband und Behörden aufgenommen, der Verein gegründet und als e.V. eingetragen. Der Kreis der Baseballbegeisterten wuchs schell und bereits geraume Zeit vor Aufnahme des Ligabetriebes konnten die ersten Freundschaftsbegegnungen ausgetragen werden. Allerdings waren diese noch von recht wenig Erfolg gekrönt.

1993 aber war die Zeit reif. Die Munich Ambassadors nahmen erstmals am Ligabetrieb des Bayerischen Baseball und Softball-Verbandes teil, und es zeigte sich, dass aus den Anfangsfehlern gelernt worden war. Als Neuling wurde man prompt Bezirksligameister der damaligen Gruppe E. Die Aufstiegsrunde allerdings zeigte der jungen Mannschaft dann die eigenen Grenzen auf, weswegen im kommenden Jahr erneut in der Bezirksliga angetreten wurde.

Diesmal bereits mit 2 Mannschaften, denn der Zuwachs an Spielern war ungebrochen. Das Kunststück des Gruppensieges konnte wiederholt werden und 1994 lief es auch in der Aufstiegsrunde besser. Der erste Aufstieg der Vereinsgeschichte war perfekt und 1995 spielte man erstmals in de Bayerischen Landesliga.

Als Aufsteiger war das sportliche Ziel klar definiert und zu Saisonende auch erreicht. Die Liga konnte gehalten werden. Großen Anteil hierbei hatte unsere zweite Mannschaft, aus der immer wieder talentierte und engagierte Spieler nachrückten und den Kader ergänzten und aufwerteten.

Das sportlich erfolgreichste Jahr der Vereinsgeschichte folgte dann ohne jeden Zweifel 1996. Nach langen Bemühungen konnte erstmals eine Junioren-Mannschaft ins Rennen geschickt werden, die es in Ihrer ersten Spielzeit gleich in die Halbfinals um die Bayerische Junioren Meisterschaften schaffte und somit auf Anhieb den Aufstieg für 1997 in die Junioren-Bayernliga gleich in der ersten Spielzeit perfekt machen konnte. Darüber hinaus erreichte die erste Mannschaft nach mäßigem Saisonauftakt durch eine von fast niemand erwartete Siegesserie, in der man 12 Partien in Folge für sich entscheiden konnte, die Play Offs in die Bayernliga, in der wenig später ebenfalls der Aufstieg besiegelt wurde. Außerdem schafften die Ambassadors im Bayernpokal erstmals den Einzug in die Pokalendrunde der letzten 8, die 1996 in Memmelsdorf ausgetragen wurde. Als Landesligateam war uns gegen die restlichen Bundesligisten zwar kein Sieg vergönnt, jedoch fielen die Niederlagen knapper aus, als von den Experten erwartet.

1997 relativierte die Erfolge des Vorjahres dann wieder. Obwohl mit großem Kader und großen Zielen gestartet, hatte die Bayernliga-Mannschaft immer wieder große personelle Probleme, die durch 'Springer' aus der Bezirksliga-Mannschaft leider nicht immer gleichwertig kompensiert werden konnten. Einem gewonnenen Double-Header gegen den späteren Aufsteiger in die Regionalliga, den Grünwald Jesters II, folgten viele Ausfälle in der Mannschaft und leider auch Niederlagen, die nicht immer notwendig waren. Alles in allem konnte die Bayernliga-Mannschaft nicht überzeugen, weshalb wohl auch der erste Abstieg der Vereinsgeschichte zu Saisonende in Ordnung gehen muss. Immerhin zeigte die zweite Mannschaft Feuer und bei ihr standen die Vorzeichen genau anders herum. Hatte man zu Saisonbeginn noch Schwierigkeiten, so kämpfte man sich mit Fortdauer der Saison immer weiter an die Tabellenspitze heran. Unvergessen dabei der Sieg gegen die Baldham Boars II durch 8 Runs im letzten Inning und die ebenfalls unerwartet knappe Niederlage mit nur einem Run gegen den Lokalrivalen, die als viel stärker eingestuften Caribes.

Wohin geht der Weg? Dies war die Frage, die sich vor der 1998er Saison stellte. Aber die Antwort gaben die Ambassadors auf dem Spielfeld. 15-1 Siege nach Abschluss der regulären Saison. 9-1 weitere in der Aufstiegsrunde (Bezeichnenderweise beide Niederlagen gegen die Steinheim Red Phantoms) – klarer kann man seine Aufstiegsambitionen wohl kaum untermauern.

Und auch in der kommenden Spielzeit im Jahre 1999 zeigten sich die Münchner Baseballer ausgeglichener. Mit jeweils 11 Siegen und 11 Niederlagen platzierte man sich sicher auf Platz 4 in der Bayernliga.

Viele Fragezeichen dann vor der Millenium-Saison. Mit den Augsburg Garors kam 2000 ein alter Rivale aus der Regionalliga zurück und mit den Neu Ulm Falcons schloss sich ein neuer Verein dem Bayerischen Baseball-Verband an. Schwerer aber wog der Abschied des Ambassador-Urgesteins Joseph Dietl, der den Münchnern den Rücken kehrte, um in Haar seine sportliche Karriere fortzusetzen. Andererseits konnte mit David Ryan aus Grünwald ein erfahrener Spieler gewonnen werden. Nach dem Motto 'jedes Jahr ein bisschen mehr’ legten die Ambassadors aber dennoch eine Schippe drauf und beendeten die Saison mit 14-8 Siegen knapp hinter den Neu Ulmern auf Platz drei.
Ebenfalls überzeugend die Arbeit der 2ten Mannschaft. Nach Jahren in der Bezirksliga wurde die Erfahrung endlich in Klasse umgesetzt. Mit nur einer Niederlage in der regulären Spielzeit setzten sich die Münchener auch in der Aufstiegsrunde klar durch und feierten den Aufstieg in die Landesliga.

'Des einen Freud, des anderen Leid’ oder 'Jetzt oder nie’. So könnten die Überschriften vor der Saison 2001 gelautet haben. Nachdem im Vorjahr schon Dave Ryan den Weg zu den Münchner Botschaftern gefunden hatte, folgten ihm mit David Grojzdek, Heinz Reim und Thomas Hufnagel drei weitere Spieler mit Bundesligaerfahrung an die Säbener Strasse. Der Favorit auf den Bayernliga-Meistertitel hieß 2001 ganz eindeutig Munich Ambassadors. Wer aber dachte, diese Saison würde zum Selbstläufer, der wurde eines Besseren belehrt. Vielmehr entwickelte sich die Liga zu einer 2-Klassen-Gesellschaft. Neben den Ambassadors und den gewohnt starken Neu Ulmern spielten die Fürth Pirates 2 und die Pöcking Celtics eine sehr starke Saison. Nichts desto Trotz standen am Ende die Ambassadors vorne. Zum ersten Male bayerischer Meister – und damit verbunden, der Aufstieg in die überregionale Spielklasse Regionalliga.

Ein neues Kapitel in Sachen Amateursport eröffnete sich daraufhin den Münchnern im Jahre 2002. Fahrten an die deutsch-französische Grenze und Gegner die ihr Handwerk wirklich gut verstanden waren nur ein Teil der ersten Regionalliga-Saison der Münchner. Vielleicht lief auch alles zu Beginn ein wenig zu einfach, denn die Ambassadors zeigten wirklich hervorragendes Baseball zu Beginn dieser Saison. Leider stellte sich heraus, dass man noch in punkto Konstanz noch einiges nachzuholen hatte, denn bereits gegen Saisonmitte hatten die Ambassadors einen Platz auf den vorderen Rängen gegen einen im Abstiegskampf getauscht. Jedoch fingen sich die Münchner wieder und fuhren konstant die nötigen Siege ein, um am Ende als Nicht-Absteiger den Klassenerhalt feiern zu können.
Ausgewogen waren auch die Leistungen der anderen Mannschaften. Die Ambassadors 2 gelten nunmehr schon fast als fixer Bestandteil der Landesliga. Nicht minder erfolgreich aber war die neu gegründete dritte Mannschaft der Münchener. Gemeinsam mit den Weilheim Cannibals spielte die Mischung aus Baseballneulingen und erfahrenen Spielern eine prima Saison und beendete sie mit 7 Siegen und genauso viel Niederlagen im sicheren Mittelfeld.

Dass höhere Ligen auch höhere Ziele wecken, erfuhren die Ambassadors im Folgejahr. Mit Michael Brand und Audy Rodriguez verließen 2003 gleich zwei Leistungsträger die Münchner um sich in höheren Ligen zu behaupten. Dieser Aderlass stellte sich über das Jahr gesehen als nicht zu kompensieren heraus. Die Ambassadors punkteten in der Regionalliga zwar stetig, in der Endabrechnung jedoch zu selten, was letzen Endes ein Wiedersehen mit vielen alten Bekannten in der Bayernliga für das Folgejahr bedeutete.

Zurück in Bayerns höchster Spielklasse stellten die Ambassadors 2004 erstmals seit langem wieder einen hauptamtlichen Trainer vor. Und tatsächlich sollte 2004 ein bemerkenswertes Jahr für die Münchner werden. Nach reichlich mittelmäßigem Start hatte sich die weinrote Truppe Mitte der Saison urplötzlich gefangen und startete eine unglaubliche Siegesserie. Nach 14 Siegen in Folge hatten die Ambassadors am letzten Spieltag tatsächlich noch den Tabellenführer aus Fürth abgefangen. Ein extra angesetztes Entscheidungsspiel, das daraufhin in Ingolstadt angesetzt worden ist, entschieden die Münchner dann ebenfalls für sich und standen am Saisonende wieder einmal als bayerischer Meister und erneuter Aufsteiger in die Regionalliga fest.

Nachdem das letzte Gastspiel in der Regionalliga zwei Spielzeiten lang dauerte, beließen es die Münchner dieses mal bei einer einzigen. Anstelle des US-amerikanischen Powerhitter Robert Schneider gesellte sich 2005 mit Gerd Müller ein Bundesliga erfahrener Spieler zu den Münchnern. Jedoch sollte es nicht reichen. Ein einziger Sieg fehlte den Ambassadors am Saisonende zum Klassenerhalt. Insbesondere der wieder einmal durchwachsene Saisonauftakt konnte über das Jahr nicht egalisiert werden und so stand als Resultat ein unglücklicher Abstieg am Ende dieser Spielzeit.

4/2006